Autobahn-Mantra

Auf der A3: vierspurig und trotzdem geht nichts!


Das stimmt nicht ganz, manchmal schlängelt sich von rechts jemand in die dritte Spur ein, um dann bei möglichem Schritttempo zwei Autos weiter in die linke Spur zu scheren…


Plötzlich bewegt sich sogar der Standstreifen. Oder besser gesagt: es kommt Bewegung auf den Standstreifen, bis dass auch dort zu viele Autolenker verbotenerweise versuchen, die nächste Ausfahrt zu erreichen. Dumm nur, wenn eine Unachtsamkeit dort zum Crash führt. Stillstand anstatt Standstreifen!


Wobei Staus glücklicherweise nicht immer unfallbedingt sind. Manchmal geht es lange Zeit sehr zähflüssig voran. So, als ob gerade vor uns ein Planwagen mit 2 PS-Pferdestärken auf der Autobahn unterwegs sei. Und dann – plötzlich – nichts – wie von Zauberhand!


Die Geschwindigkeit wird wieder normal. Na ja, was man gerade in der Ferienzeit so normal nennt. Allerdings hat sich meine Haltung dazu verändert.
Früher stieg die Nervosität, wenn so etwas auf dem Weg zum Kundentermin passierte - trotz Pufferzeitenplanung.

Als dann das Handy mit Freisprechanlage ins Auto Einzug hielt, wurde es schon besser. Kurzer Anruf beim Kunden, bitte um Verständnis.

 

Es gibt immer mindestens zwei Alternativen:


1. Kunde will nicht warten, wir machen direkt einen neuen Termin aus. Bei nächster Gelegenheit fahre ich von der Autobahn ab, drehe um und ärgere mich etwas über die Leerfahrt. Oder ich versuche spontan bei anderen Kunden auf dem Weg vorbei zu schauen. Kontaktpflege braucht ja auch ihre Zeit.


2. Der Kundentermin beginnt später, nachfolgender Kunde muss ebenfalls etwas verschoben oder das erste Gespräch verkürzt werden.

Das Parkinson‘sche Gesetz passt hier prima. Ganz entspannt sind beide Situationen nicht.


Inzwischen habe ich mein humorvoll genanntes „Autobahn-Mantra“ entwickelt. Hilft mir prima, um ruhig und gelassen auf der rechten Spur zu bleiben: „Ich stehe lieber im Stau und warte, als dass ich der Auslöser dafür bin“.


Denn nichts und niemand kann so wichtig und dringend sein, als dass ich die eigene Gesundheit dafür aufs Spiel setze.

Und manchmal kommt es sogar zu lustigen Begegnungen von Fenster zu Fenster - halten Sie die Augen offen!


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allzeit gute und staufreie Fahrt.

Ihre Silke Görgens